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Klangkunst II] |
Mobile Klangkunst
Über den Walkman als Wahrnehmungsmaschine
(Fortsetzung)
von Frank Schätzlein |
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[Drei weitere Kapitel und das Literaturverzeichnis zum gleichnamigen Aufsatz in: Radio-Kultur und Hör-Kunst.
Zwischen Avantgarde und Popularkultur 1923-2001. Hrsg. von Andreas
Stuhlmann. Würzburg: Königshausen & Neumann 2001. S. 176-195.]
Inhalt:
1. Technikgeschichte
2. Kulturkritik und Forschung
3. Der Walkman im Film
4. Anmerkungen
5. Literaturverzeichnis
1. Technikgeschichte
Mit dem Begriff „Walkman“ [1] wird ein mobiles, mit
relativ kleinen und einfachen Kopfhörern ausgestattetes Abspielgerät für
Musikkassetten, Compact Discs (Discman), Mini-Discs oder Computerdaten (z.B.
als MP3-Player [2]) bezeichnet. Integriert sind häufig
Möglichkeiten zum Radioempfang und zur Aufzeichnung vom Radio, vom
eingebauten Mikrofon oder von anderen extern angeschlossenen Audiogeräten.
Das erste serienreife Gerät war das Modell TPS-L2 des japanischen
Medienkonzerns Sony.[3] Der Walkman wurde am 1. Juli
1979 in Japan auf den Markt gebracht, zuerst in technisch deutlich
reduzierten Produktlinien, später dann aber aufgrund der zunehmenden
Konkurrenz durch andere Audiotechnik-Hersteller mit einer bis heute
beständig wachsenden Ausstattung an Bauelementen und Funktionen (Mikrofon,
Radio, Stationstasten mit Frequenzspeicher, Lautsprecher, zweiter
Kopfhörerausgang, Digital-Input/Output, Aufnahme-Funktion, Autoreverse,
Akku, Rauschunterdrückungssysteme, „Hot-Line“ zum Mithören von
Außengeräuschen u.a.). Insgesamt kann der Apparat als „das Ergebnis [des]
weltweiten Konkurrenzkampfes um Miniaturisierung“ betrachtet werden.[4] Andererseits lässt sich der Walkman mit Blick auf den
Entwicklungsstand der HiFi-Elektronik auch als „eine funktionale Reduktion,
einen technologischen Rückschritt“ oder als „eine Art ‚Devolution’“ deuten.[5]
Zum 20. Geburtstag des Walkmans brachte Sony vor zwei Jahren einerseits den
EX 20, einen nur 1,7 cm hohen konventionellen Kassetten-Walkman aus
Edelstahl heraus, andererseits schickt die Firma bereits ihren Walkman der
Zukunft ins Rennen, den „Memory Stick Network-Walkman“ NW-MS7 und den „VAIO
Music Clip“ MC-P10, zwei Geräte mit einer Computerschnittstelle zur
Aufzeichnung und Wiedergabe von ca. einer Stunde Audiomaterial mittels
ATRAC3-Codierung.[6] Der „Music Clip“ hat nur noch die
Größe eines dicken Tintenfüllers und er kann auch das MP3-Format der anderen
Hersteller abspielen. Sonys Konkurrenz konterte mit deutlich günstigeren
Kleinstgeräten, beispielsweise dem Diamond Rio oder dem MP3-Player von Art
Voice mit ca. 80 Minuten Aufnahmekapazität.
Die technologische Entwicklung und die Nutzungsmöglichkeiten des Walkmans
treten damit in eine neue Phase ein. Der Walkman dient nicht mehr nur der
mobilen Wiedergabe von Radioprogrammen oder Tonträgern (MC, CD oder
Mini-Disc), er ist heute vielmehr Teil eines medientechnischen Verbundes.
Durch die Entwicklung neuer Speichermedien und die Datenkompression von
Audioinformationen mit der MP3- oder ATRAC3-Technologie ermöglicht eine neue
Gerätegeneration ohne Kassettenlaufwerk den Austausch von (Audio-)Daten
zwischen Walkman und PC sowie das Abspeichern von Musiktiteln aus den
entsprechenden Datenbanken im Internet. Die Funktionen des Walkmans können
in Zukunft aber auch ganz von PDAs[7] oder
multimediafähigen Handys übernommen werden.[8]
2. Kulturkritik und Forschung
1981 veröffentlichte Shuhei Hosokawa als einer der ersten
Geisteswissenschaftler Schriften zum Walkman.[9] Auf der
Grundlage seiner Ansätze einer „Rhetorik“ des Walkmans entstand 1984 die
bekannte Untersuchung zum „Walkman-Effekt“.[10] Dieser
drei Jahre später auch auf deutsch veröffentlichte Text beschreibt bereits
viele wichtige Teilaspekte des Themas: die Charakteristika der mobilen
Musikwahrnehmung, das Walkman-Hören und seine Beziehung zum Urbanen, zum
Lärm als Merkmal einer städtischen Klanglandschaft und zur Bewegung bzw. zum
Laufen. Allerdings sind die Ausführungen Hosokawas und anderer an
Populärphilosophen und modisch-postmodernen Denkmodellen orientierter
Autoren fragmentarisch und „in ein bemüht postmodern-un[an]greifbares
Philosophie-Konzept“[11] integriert, das die
Auseinandersetzung mit ihnen und ihre Weiterentwicklung deutlich erschwert.[12]
Auch in eher wirtschaftswissenschaftlichen Untersuchungen zur Einführung
bzw. Durchsetzung neuer (technischer) Produkte und zu damit verbundenen
Fragen der Unternehmenskultur findet das Gerät Beachtung.[13]
In Deutschland bezieht sich der Großteil der Untersuchungen zum Walkman
allerdings auf die durch laute Kopfhörermusik gegebenen Gefahren für das
jugendliche Gehör.[14] Wohl gerade weil der Walkman vor
allem ein Medium der Kinder und Jugendlichen und nicht der Generation der
sich mit dem Gerät auseinandersetzenden Autoren ist, wurde er immer wieder
in den häufig ausgeprägt kulturpessimistischen Diskussionen als
beispielhaftes Objekt der Kritik herangezogen.[15] „Am
Ende der Aufklärung steht der walkman. [...] Denn nun haben die Menschen den
Nasenring der Dummheit nur eingetauscht gegen - einen walkman.“[16] Pädagogen sprechen von der „autistischen Isolation
des Einzelnen“, der Walkman-Nutzer ist für sie eine „in sich selbst
verliebte, wahrnehmungslose Monade, die die Welt und ihre Wirklichkeit schon
längst nur noch im Erfahrungssurrogat aufzunehmen bereit ist“, ihr Gerät ist
ihnen „nichts anderes als die sich zuspitzende Fortsetzung jener Tonband-
und Recordersucht, die schon in den Schulstuben der Erstkläßler einsetzt, wo
die rührende Geschichte von dem Mädchen mit den Schwefelhölzern nicht etwa
von der Lehrerin vorgelesen wird, sondern von Matthias Wiemann oder Will
Quadflieg auf Band gesprochen abgehört werden muß.“[17]
So war jedoch nicht nur im Lehrerzimmer und im Feuilletonteil der Zeitungen,
sondern auch in „wissenschaftlicher Prosa“ (Schönhammer) die Rede von der „extreme[n]
Ausprägung“ der „im Grunde widersinnige[n] Möglichkeit, inmitten anderer
Menschen mit sich selbst und seiner Musik allein zu sein“. Es wurde ein
skeptisches Bild gezeichnet vom „heranwachsenden Walkman-Fan, der - physisch
präsent und psychisch entrückt - einsam durch die Masse irrt [...].“[18] Und auch Musikwissenschaftler sprachen noch Anfang
der neunziger Jahre von der „Musikdroge auf Knopfdruck“, der Sucht- und
„Seuchen-Funktion“ des Walkman und von der Musik als dem Walkman „als eine
weitverbreitete und systemadäquate Parfümierung des Gestanks.“[19] Solchen pauschalen Urteilen soll eine 1995
publizierte Darstellung des ‚Problems’ aus einem Aufsatz über die
Audiomedien und die Didaktik des Hörens (!) gegenübergestellt werden.
Dennoch erscheint es mir verfehlt, über solchen Beobachtungen in ein
kulturpessimistisches Lamento zu verfallen. Wie man seinerzeit die
visuellen Medien (vor allem Fernsehen und Comics) als Ursache für
„Bildidiotismus“, „Suchtgefahr“, „Schmutz und Schund“ diffamierte, so ist
heute fast wortgleich die Rede von der „Pest der Musik“,
„Umweltverschmutzung“ und „stiller Volksdroge“. Aber so wenig die Comics
kulturelle Werte, so sie denn da waren, gefährden konnten, so wenig wird
uns der Walkman „um unsere Sinne“ bringen (wie es der Untertitel von
Liedtke etwa prognostiziert), sofern sie überhaupt entwickelt worden sind.
Ich will damit gar nicht mögliche Gefahren verharmlosen oder von
absehbaren organischen Schäden ablenken. Aber ich will darauf hinaus, dass
die Didaktik sich andere Fragen stellen muss. Nämlich: Was ist denn für
eine Hörschulung (damit meine ich Genauigkeit und Genuss) getan worden,
und was könnte man tun?[20]
Die Befürchtung, der Walkman würde zur Droge egozentrischer und
individualistischer Nutzer werden, hat sich nicht erfüllt. Die Hörer nutzen
das Gerät im Gegenteil bewusst meist nur in ganz bestimmten Situationen und
ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechend.[21]
Ingesamt spielen qualitative Fragen der Wahrnehmungspsychologie und der
Medienästhetik in den Forschungen zum Walkman aber eher eine untergeordnete
Rolle. Rainer Schönhammers Arbeiten ist es zu verdanken, dass nicht mehr nur
für oder gegen das Gerät und seine Nutzung ‚argumentiert’ wird, sondern in
qualitativen und phänomenologischen Untersuchungen (sozial-)psychologische
oder medienästhetische Fragestellungen angewandt werden.
3. Der Walkman im Film
In Film und Fernsehen ist der Walkman häufig zu sehen, er wird dabei in der
Regel lediglich zur Charakterisierung von (jugendlichen) Figuren eingesetzt.
Aber auch in diesem Medium ist eine wesentlich interessantere dramaturgische
Verwendung des Walkmans möglich als beispielsweise in einer bekannten Szene
aus dem Hollywoodfilm Pretty Woman (USA 1990). Die Hauptfigur Vivian liegt
mit geschlossenen Augen in der Badewanne und singt den Song Kiss von Prince
mit – so ergibt sich für ihren neuen Bekannten Edward die Gelegenheit, sie
dabei unbemerkt zu beobachten.
Am Anfang des Fernsehfilms Mörderkind (ORB 1998),[22]
eine Sendung aus der ARD-Krimireihe Polizeiruf 110, entgeht der 13jährige
Mark einer Konfliktsituation durch die Flucht zu einem Baum, in dem er
seinen Walkman versteckt hat, das Gerät hütet er dort wie einen Schatz. Es
folgt eine implizit-figurale Selbstcharakterisierung des Jungen: Er legt
sich ins Gras und flieht, von der Kopfhörermusik getragen, zumindest in
seinen Gedanken aus der Realität in eine Traumwelt – der Walkman als
Tagtraum-Maschine zur „Kolorierung“[23] des Alltags.
Auch in Christian Schochers streckenweise surrealen Film Lüzzas Walkman
(Schweiz 1989) vermischen sich für den 18jährigen Bergbauernsohn Lüzza
Fiktion und Wirklichkeit in seinen Walkman-Träumen. In einem gestohlenen
Geländewagen fährt er aus den Schweizer Bergen nach Zürich, um seine
Phantasien unter dem Kopfhörer an der Realität der Großstadt zu überprüfen.
Eine bedeutende Rolle kommt in Walkman Blues (BRD 1995)[24]
nicht nur den beiden Hauptdarstellern zu, sondern auch der (Walkman-)Musik
und dem dokumentarischen Blick auf die Stadt Berlin. Der Autor und Regisseur
Alfred Behrens ist vor allem als Hörspielmacher und Dokumentarfilmer
bekannt. Heikko Deutschmann spielt in diesem zwar insgesamt relativ
handlungsarmen, aber stilistisch beeindruckenden Film einen namenlosen
jungen Mann, der seinen Walkman auch benutzt, um Aufnahmen durchzuführen und
seine Briefe auf Tonband zu sprechen. So erfährt der Zuschauer von der
(früheren) Freundin des Mannes nur indirekt durch die Walkmanaufzeichnung
seiner Briefe.
Ein Beispiel für die Verschmelzung von ursprünglich unabhängigen Kategorien
der Sprache und des Bildes in der Wahrnehmung eines Walkman-Nutzers wird in
einer Sequenz der Folge Bart köpft Ober-Haupt (The Tell-Tale Head, USA 1990)
aus Matt Groenings Zeichentrickserie The Simpsons vorgeführt:
Bevor sich die Familie Simpson zum sonntäglichen Kirchgang auf den Weg
macht, durchsucht Marge Simpson die Taschen ihres Sohnes Bart. Sie findet
einen Walkman und konfisziert ihn. Ihr Ehemann Homer möchte dringend sein
Football-Spiel weiterverfolgen, das er vor dem Gottesdienst im Fernsehen
gesehen hatte, da er auf den Sieg einer Mannschaft wettet. Er nimmt Barts
Walkman, der auch mit einem Radioempfänger ausgerüstet ist, mit in die
Kirche, um den Spielausgang live verfolgen zu können. Während Homer neben
seiner Frau in der Kirchenbank sitzt, predigt der Pfarrer ausgerechnet gegen
das Glücksspiel beim Profi-Football; er beschimpft die Menschen, die jetzt
zu Hause vor dem Fernseher sitzen, die Sportsendung sehen und deshalb nicht
mehr in die Kirche kommen. Homer hört von der Ansprache nichts, er hört nur
die Stimme des Radiomoderators, schaut dabei aber auf die Gestik und die
Mundbewegungen des Pfarrers, der direkt vor ihm an seinem Lesepult steht.
In Homers subjektiver Wahrnehmung dieser Situation synchronisieren sich in
perfekter Art und Weise die Worte des Radiomoderators mit den Mundbewegungen
des gleichzeitig zur Gemeinde sprechenden Pfarrers. Als Homer vor Nervosität
den Kopf senkt und die Hände zum Stoßgebet faltet, tun dies zufällig auch
die anderen Gottesdienstteilnehmer, weil sie zum Gebet aufgerufen werden.
Ein Spieler der Mannschaft, auf die Homer gesetzt hat, ist kurz davor, einen
Ball hinter die Linie zu bringen – Homers Anspannung steigt. In dem Moment
als der Spieler den entscheidenden Punktgewinn macht, hebt der Pfarrer die
Arme empor und spricht synchron zum Freudenausbruch des Moderators. Homer
hat die reale Situation, in der er sich gerade befindet, völlig vergessen.
Er reißt ebenfalls die Arme hoch und schreit die Freude über den Sieg seiner
Mannschaft heraus; sein lauter Schrei zerstört dabei die andächtige Stille
in der Kirche - alle anwesenden Gemeindemitglieder starren ihn an. Nach dem
Gottesdienst stellt sich heraus, dass der Pfarrer dennoch nicht bemerkt hat,
dass Homers laute Zustimmung nicht seiner Ansprache, sondern der Leistung
der Football-Mannschaft galt.
Ein solche Nutzung des Walkmans thematisiert auch eine Folge (’Twas the
blight before Christmas, USA 1993) der amerikanischen Comedy-Serie Home
Improvement als die Hauptfigur, Tim Taylor, am Weihnachtsabend in die Kirche
kommt. Pfarrer: „Sagen Sie mal, ich hab’ Sie noch nie ohne Kopfhörer in der
Kirche gesehen – ist heute abend kein Football-Spiel?“ Taylor: „Erst
Sonntag, Reverend. Ich bete immer in der Halbzeit...“ Bei den Simpsons gibt
es darüber hinaus auch eine Nebenfigur, die immer mit einem Walkman zu sehen
ist: Otto, der Fahrer von Barts Schulbus.
In John Woos Kinothriller Face/Off - Im Körper des Feindes (USA 1997) ist
ein hervorragendes Beispiel für die Wirkung einer Verbindung von
gegensätzlichen Kategorien der Musik und des Bildes im Film zu sehen – wir
finden hier sozusagen die „Kino-Metapher“ im Kinofilm. Die ungewöhnliche
Musik-Bild-Kombination wird durch die Verwendung eines Kopfhörerradios in
der Filmhandlung erzeugt und kann außerordentliche Wahrnehmungseffekte beim
Filmzuschauer hervorrufen.
Während das FBI die Wohnung des Mannes stürmt, bei dem es sich scheinbar um
den skrupellosen Mörder Castor Troy handelt, setzt dieser seinem Sohn einen
Kopfhörer mit eingebautem Hörfunkempfänger auf. Die Musik aus dem Radio soll
ihn von dem brutalen Kampf zwischen der Polizei und den Gangstern ablenken.
Als das Kind die Musik aus dem Kopfhörer zu hören beginnt, rückt diese auch
in der Dramaturgie der Film-Tonspur (laut) in den Vordergrund. Die Schreie,
Schüsse und anderen Geräusche der Filmszene sind nur noch leise zu hören,
sie werden fast von der Musik überdeckt. Zum aus dem Kopfhörer erklingenden
Lied „Over the Rainbow“ von Judy Garland scheinen die von Schüssen
getroffenen Körper der Filmfiguren wie bei einer Ballettvorführung durch die
Luft zu fliegen. Filmmusik und Zeitlupe sind nicht mehr „nur ein Stilmittel
unter anderen“, sondern ein „Instrument des filmischen Ausdrucks“.
„Plötzlich scheinen die Kämpfenden zwischen den Trümmern ihres Tuns zu
schweben“,[25] bis nach einigen Sekunden der
Kopfhörer-Sequenz laute Explosionen den Song aus dem Radio unterbrechen und
dieser wieder dem Klang der typischen musikalischen Gestaltung eines
Actionfilm-Soundtracks weicht.
4. Anmerkungen
[1] Die Bezeichnung „Walkman“ ist ein geschütztes
Warenzeichen der Sony Corporation. Andere Hersteller und Händler wählen
deshalb für ihre Geräte abweichende Namen wie „Walker“ oder „City Bummler“.
[2] „MP3“ (MPEG-1/Layer III) steht für Motion Picture
Experts Group – Audio Layer III, eine Technologie zur Reduktion von
Digitaldaten, die sich psychoakustische Effekte der menschlichen Wahrnehmung
zunutze macht.
[3] Rolf Langebartels hat diesen Ur-Walkman sogar in sein
Internet-Projekt Klangbeutel – Eine Sammlung von Dingen zur Klangkunst und
zur Audio Art aufgenommen:
http://www.floraberlin.de/soundbag/index25d.htm. Der Erfinder des
Walkmans ist vermutlich nicht – wie in fast allen Publikationen zum Thema
immer wieder behauptet wird – Sony Chef Akio Morita, sondern der Bastler
Andreas Pavel. Vgl.: In der Falle. Ein deutscher Tüftler streitet mit Sony
um die Erfindung des Walkman. Nun droht ihm der finanzielle Ruin. In: Der
Spiegel 22 (1993). S. 124-128. Hier: S. 124 f.
[4]Wilfried Bestehorn: Die einsame Art, Musik zu hören.
S. 479.
[5]Shuhei Hosokawa, Der Walkman-Effekt. Berlin: Merve
1987 (= Internationaler Merve Diskurs. Bd. 142). S. 14.
[6] Mit der Abkürzung „ATRAC3“ wird das psychoakustische
Datenkomprimierungsverfahren Adaptive Transform Acoustic Coding der dritten
Generation bezeichnet. Diese Technologie wurde zunächst für
Mini-Disc-Recorder und das SDDS-System (Sony Dynamic Digital Sound) zur
digitalen Tonwiedergabe im Kinosaal eingesetzt. Seit Februar 2000 integriert
die Audiotechnik-Firma Sonic Solutions die ATRAC3-Technik in ihre
iMaster-Workstation zur Hörspiel- und Musikproduktion. Mit der Verwendung
von iMaster ist auf diese Weise auch die Internet-Distribution von
Hörspielen, Audiokunst und Musik als kopiergeschützte ATRAC-Datei möglich.
[7] PDA steht für Personal Digital Assistant (auch
Handhelds genannt).
[8] Vgl. Mercedes Bunz, Die Zukunft des Handys. In:
Telepolis (Internet-Ausgabe vom 30.03.2000). Hochwertige Handys der neusten
Generation sind bereits mit einem MP3-Player oder einem Empfangsteil für
UKW-Radio ausgerüstet, z. B. das Siemens SL45, Nokia 8310 und das
Zusatzgerät Nokia Music-Player HDR-1.
[9] Vgl. Shuhei Hosokawa, Rhetoric of Walkman. Tokio
1981, und ders.: Considérations sur la musique massmédiatisée. In:
International Review of the Aesthetics and Sociology of Music 1 (1981). S.
21-50.
[10] Vgl. Shuhei Hosokawa, Der Walkman-Effekt. 1987
(1984). Der zwischenzeitlich vergriffene Band wurde in einem Buch mit
Merve-Reprints wieder veröffentlicht: Karlheinz Barck u.a. (Hrsg.),
Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik.
Leipzig: Reclam 1992 (= Reclam Bibliothek Leipzig. Bd. 1352). S. 229-251.
[11] Rainer Schönhammer: Walkman. In: Herbert Bruhn,
Rolf Oerter und Helmut Rösing (Hrsg.), Musikpsychologie. Ein Handbuch.
Reinbek: Rowohlt 1993 (= rowohlts enzyklopädie. Bd. 526). S. 181-187. Hier:
S. 182.
[12] Neben Hosokawa gilt dies beispielsweise für den
Aufsatz von Theodor T. Heinze, Spektakel unterm Kopfhörer. Zur Psychologie
collagierten Klanges. In: Psychologie und Geschichte 3 (1991). S. 150-158.
[13] Vgl. John M Ketteringham und P. Ranganath Nayak,
Senkrechtstarter. Große Produktideen und ihre Durchsetzung. 1987. S.
133-158.
[14] Vgl. z.B. Jochen Hellbrück und August Schick, Zehn
Jahre Walkman - Grund zum Feiern oder Anlaß zur Sorge? 1989. S. 121-129;
Umweltbundesamt (Kommission „Soziakusis - Zivilisations-Gehörschäden“):
Gehörgefährdung durch laute Musik. In: Zeitschrift für Lärmbekämpfung 42
(1995). S. 144.
[15] Mit zunehmendem Alter nimmt die Nutzung des
Walkmans immer weiter ab; dies steht im Gegensatz zur mit dem Lebensalter
von Kindern und Jugendlichen ansteigenden allgemeinen Musikhördauer. Vgl.
die Daten in der Untersuchung von Wolfgang Babisch und Hartmut Ising,
Musikhörgewohnheiten bei Jugendlichen. In: Zeitschrift für Lärmbekämpfung 41
(1994). S. 91-97. Hier: S. 92 f. Zur kulturkritischen und -pessimistischen
Diskussion siehe u.a. Hans Joachim Schöps: Ein gnadenloser, kollektiver
Walkman. In: Der Spiegel 28 (1986). S. 130-144; Rüdiger Liedtke: Die
Vertreibung der Stille. Wie uns das Leben unter der akustischen Glocke um
unsere Sinne bringt. München: dtv 1988; und die folgenden Texte von Matthias
Greffrath, Wolfram Flößner, Werner Mezger und Hanns-Werner Heister.
[16] Matthias Greffrath, Das Öffentlichkeitsloch. Wie
man die Menschen zum Schweigen bringt: Medien, Juxkultur und Souveränität.
In: Die Zeit (19.02.1988).
[17] Wolfram Flößner: Homo Walkman. In: Schulpraxis
(1981). 1-5. Neuabdruck in: Rainer Schönhammer, Der ‚Walkman’. Eine
phänomenologische Untersuchung. München: Kirchheim. 1988. S. 88. Eine derart
negative Einstellung gegenüber den Hörmedien ist heute endlich überwunden –
siehe hierzu die Beiträge von Jutta Wermke, vor allem J. Wermke, Integrierte
Medienerziehung im Fachunterricht. Schwerpunkt: Deutsch. München: KoPäd
1997.
[18] Alle Zitate aus Werner Mezger, Diskothek und
Walkman. In: Herbert Bruhn, Rolf Oerter und Helmut Rösing (Hrsg.):
Musikpsychologie. Ein Handbuch in Schlüsselbegriffen. München: Urban &
Schwarzenberg 1985. S. 390-394. Hier: S. 393. Unter den wissenschaftlichen
Veröffentlichungen siehe auch Hermann Rauhe und Reinhard Flender, Schlüssel
zur Musik. 3. Aufl. Düsseldorf: Econ 1993. S. 60 und 195 f.
[19] Hanns-Werner Heister: Prickeln unter der tragbaren
Musikdusche. Private Musik und öffentlicher Lärm/Vom „Walkman“ und seiner
Verwendung. In: nmz-Sonderbeilage 1 (1991). S. 72-74
[20] Jutta Wermke, Der verborgene Sinn. Plädoyer für
eine Grundschule des Hörens. In: Grenzüberschreitungen. Friedenspädagogik,
Geschlechter-Diskurs, Literatur - Sprache - Didaktik. Festschrift für
Wolfgang Popp zum 60. Geburtstag. Essen: Die Blaue Eule 1995. S. 119-133.
Hier: S. 120 f.
[21] Vgl. Helmut Rösing, Musikgebrauch im täglichen
Leben. In: Herbert Bruhn und Helmut Rösing (Hrsg.), Musikwissenschaft. Ein
Grundkurs. Hrsg. von . Reinbek: Rowohlt 1998 (= rowohlts enzyklopädie. Bd.
55582). S. 107-129. Hier: S. 125.
[22] Buch: Stephan Kolditz, Regie: Matti Geschonneck.
Erstsendung: ARD, 14.03.1999.
[23] Vgl. dazu die „Typologie der Walkman-Hörer“ („Eiweltler“,
„Flaneur“, „Jongleur“ und „Symphoniker“) in Horst Möbius und Barbara
Michel-Annen:Walkman oder: Vom Nachcolorieren des grauen Alltags. 1992. S.
162-168.
[24] Buch und Regie: Alfred Behrens. Erstsendung: ZDF,
30.01.1986 in der Reihe Das kleine Fernsehspiel.
[25] Andreas Kilb, Die Unzertrennlichen. Ein Meilenstein
des Actionkinos: John Woos „Face/Off - Im Körper des Feindes. In: Die Zeit
(26. September 1997). Nr. 40. S. 61.
5. Literaturverzeichnis
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In: Zeitschrift für Lärmbekämpfung 41 (1994). S. 91-97.
Barck, Karlheinz u.a.(Hrsg.): Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven
einer anderen Ästhetik. Leipzig: Reclam 1992 (= Reclam Bibliothek Leipzig.
Bd. 1352).
Behrens, Alfred: Die einzige Wirklichkeit ist die Wirklichkeit des Zufalls.
Arbeitsjournal einer Tonreise durch Manhattan – auf den Spuren des Romans
CITY OF GLASS von Paul Auster. In: Radioästhetik – Hörspielästhetik. Hrsg.
von Knut Hickethier u.a. Marburg: Schüren 1997 (= Augen-Blick. Marburger
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Textfassung vom 18.11.2002 (3c), Copyright © Frank
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