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Inhalt:
1. Der Hörspielpreis der Kriegsblinden
1.1 Allgemeine Informationen
1.2 Debatte über den Hörspielpreis (2003)
2. Prämierte Hörspiele
2.1 Hörspielpreis der Kriegsblinden 2003 (für das Jahr
2002): 'Rosebud' von Christoph Schlingensief (WDR)
2.1.1 Bericht
2.1.2 Artikel und Pressemeldungen
2.1.3 Informationen zum Autor Christoph Schlingensief
2.2 Hörspielpreis der Kriegsblinden 2004 (für das Jahr
2003): 'Jackie' von Elfriede Jelinek (BR)
2.2.1 Bericht
2.2.2 Artikel und Pressemeldungen
2.2.3 Informationen zur Autorin Elfriede Jelinek
2.3
Hörspielpreis der Kriegsblinden 2005 (für das Jahr 2004): 'Stripped - Ein
Leben in Kontoauszügen' von Stefan Weigl (WDR)
NEU!
2.3.1 Begründung der Jury
2.3.2 Artikel und Pressemeldungen
2.3.3 Informationen zum Autor Stefan Weigl
3. Liste der prämierten Hörspiele (1951/52-2004/05)
4.
Literaturhinweise
1. Der Hörspielpreis der Kriegsblinden [▲]
1.1 Allgemeine Informationen
•
Hörspielpreis der Kriegsblinden mit Statut vom 4.3.2002 (BKD)
• BKD - Bund der
Kriegsblinden Deutschlands - Homepage
• Filmstiftung
Nordrhein-Westfalen - Homepage
1.2 Debatte über den Hörspielpreis (2003)
•
Uwe Kammann: Preisfragen. Grimme-Not, Fernsehpreis-Nöte und
Kriegsblinden-Dämmerung. In: epd medien (11.10.2003). Nr. 80.
•
Hans-Ulrich Wagner: Blick auf die Realität. Zur Debatte um die Zukunft des
Hörspielpreises der Kriegsblinden. In: Funkkorrespondenz (26.9.2003).
Nr. 39.
• Christian
Hörburger: Zu retten oder nicht zu retten. Der Hörspielpreis der
Kriegsblinden in einer existentiellen Krise. In: Funkkorrespondenz
(12.9.2003). Nr. 37.
• Hans-Dieter Hain antwortet
Schiffer und Drews. In: epd medien (27.8.2003). Nr. 67.
• Wolfgang Schiffer (WDR)
und Jörg Drews (Jury-Vorsitzender) zu Hans-Dieter Hains Beendigungs-Plädoyer.
In: epd medien (23.8.2003). Nr. 66.
•
"Unterm Strich". In: taz (13.8.2003).
•
Hans-Dieter Hain: "Mit Anstand beerdigen". Plädoyer: Schluss mit dem
Hörspielpreis der Kriegsblinden. In: epd medien (13.8.2003). Nr. 63.
•
"Hörspielpreis der Kriegsblinden in Frage gestellt". In: Netzeitung
(12.8.2003).
2. Prämierte Hörspiele
2.1 Hörspielpreis der Kriegsblinden 2003 (für das Jahr
2002): [▲]
'Rosebud' von Christoph Schlingensief (WDR)
2.1.1 Bericht
Hörspielpreis für WDR-Produktion 'Rosebud' von Schlingensief
Der Berliner Theater-Regisseur Christoph Schlingensief erhält für seine
WDR-Produktion «Rosebud» den Hörspielpreis der Kriegsblinden für 2002. Damit
gehe die wichtigste deutsche Auszeichnung für Radiokunst zum dritten Mal in
Folge an eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks, teilte der WDR in Köln
mit. «Rosebud» sei im März 2002 im Kulturradio WDR 3 und später im
WDR-Jugendsender Eins Live gesendet worden. Schlingensief gilt im
deutschsprachigen Kulturbetrieb als Theater-«Provokateur». Das Hörspiel «Rosebud»,
das in einer Theaterfassung an der Berliner Volksbühne zu sehen war, ist
laut WDR «ein Gleichnis über Radikalismus, Privatheit und Politisierung». In
der Produktion gehe es um den Zeitungsverleger Rosmer, der «im Sumpf seiner
persönlichen und höchst privaten Betroffenheit» versinke.
In der Begründung der Jury hieß es dem WDR zufolge, das Hörspiel werde für
seinen satirischen Realismus ausgezeichnet. Dem «Aberwitz der medial
inszenierten Politik und der mit billigsten, marktschreierischen Zutaten
operierenden Publizistik der Berliner Republik» stelle die Produktion «eine
schrille, die hysterische Sensationsmacherei und Geschmacklosigkeit der
Konzernstrategien und Boulevardschlagzeilen noch übertrumpfende Übertreibung
im Akustischen entgegen».
Die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen hatte die Entstehung des Hörspiels mit
einem Stipendium unterstützt. Der Hörspielpreis der Kriegsblinden, getragen
vom Bund der Kriegsblinden Deutschland und von der Filmstiftung
Nordrhein-Westfalen, wird in diesem Jahr zum 52. Mal verliehen. Der Preis
soll Schlingensief am 7. Juli 2003 in Berlin im Bundesrat überreicht werden.
Schlingensief, der laut WDR zunächst als junger Underground-Filmemacher
bekannt wurde, produzierte «Rosebud» als drittes Hörspiel für den WDR.
[Quelle: dpa, 20.2.2004]
2.1.2 Artikel und Pressemeldungen
• Frank
Olbert: 'Rosebud'. Der Hörspielpreis der Kriegsblinden wurde zum 52. Mal
vergeben. DLF-Hörspielkalender (15.3.2003).
• Frank
Olbert: Der Gewinner. Christoph Schlingensief über seine Hörspielarbeit.
DLF-Hörspielkalender (15.3.2003).
•
Hörspielpreis der Kriegsblinden für WDR 3-Produktion von Christoph
Schlingensief - WDR zum dritten Mal in Folge ausgezeichnet.
WDR-Presseinformation (21.2.2003).
•
Hörspielpreis der Kriegsblinden geht an Christoph Schlingensief. In: WDR
Print (3/2003).
•
unterm strich. In: taz (21.2.2003).
•
Schlingensief gewinnt Hörspielpreis. In: Netzeitung (21.2.2003).
• Angekommen in
der Kriegsblindenkultur? Christoph Schlingensief bekommt den
Kriegsblindenpreis. Deutschlandfunk, Kultur Heute (20.2.2003).
• 52.
Hörspielpreis der Kriegsblinden geht an Christoph Schlingensief.
Filmstiftung NRW (20.2.2003).
Zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden an Christoph
Schlingensief
• Christoph Schlingensief: An der Schwelle. Dankesrede zum Hörspielpreis
der Kriegsblinden. Online-Forum Medienpädagogik (23.7.2003, Website seit
17.11.2003 offline).
• Im
Plenarsaal. Schlingensiefs Rede zur Überreichung des Hörspielpreises der
Kriegsblinden. DLF-Hörspielkalender (12.7.2003).
• Agnieszka
Lessmann: Ein Provokateur im Bundesrat. Christoph Schlingensief nimmt am 7.
Juli den Hörspielpreis der Kriegsblinden entgegen. DLF-Hörspielkalender
(14.6.2003).
2.1.3 Informationen zum Autor Christoph
Schlingensief
• Christoph
Schlingensief - Homepage
•
Christoph Schlingensief: Hörspiele. Mit RealAudio-Stream
• Frank
Olbert: Der Gewinner. Christoph Schlingensief über seine Hörspielarbeit.
DLF-Hörspielkalender (15.3.2003).
2.2 Hörspielpreis der Kriegsblinden 2004 (für das Jahr 2003): [▲]
'Jackie' von Elfriede Jelinek (BR)
2.2.1 Bericht
Hörspielpreis der Kriegsblinden für Jelinek
Die österreichische Schriftstellerin und Dramatikerin Elfriede Jelinek (57)
bekommt in diesem Jahr den angesehenen Hörspielpreis der Kriegsblinden. Sie
erhalte die Ehrung für ihr Hörspiel «Jackie» über die 1994 gestorbene US-
Präsidentengattin Jacqueline Kennedy, teilte die Filmstiftung
Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mit; sie trägt die Auszeichnung gemeinsam
mit dem Bund der Kriegsblinden Deutschlands. Der Ehrenpreis zählt zu den
angesehensten Auszeichnungen für Hörspielautoren. Jelinek werde ihn am 7.
Juni im Plenarsaal des Bundesrates in Berlin entgegennehmen.
In dem vom Bayerischen Rundfunk produzierten Hörspiel habe Jelinek mit den
sparsamen Mitteln des Monologes, doch mit dem gesamten Reichtum
dichterischer Sprache das Bild einer Person der Zeitgeschichte entstehen
lassen, lobte die Jury. «Eine Tote und Untote, ein Mediengespenst und ein
Zombie spricht mit wegwerfender Kälte zu uns, doch so widerfährt Jacqueline
Kennedy mehr Gerechtigkeit als durch sich einschmeichelndes Verständnis oder
Gesellschaftskritik», meinten die Preisrichter.
Jelinek, ausgebildete Komponistin und Organistin, gehört mit ihren Büchern,
Theaterstücken oder Hörspielen zu den wichtigen deutschsprachigen
Gegenwartsautorinnen. Für ihr literarisches Schaffen, das nicht ohne
Provokation ist, wurde sie mit zahlreichen Preisen wie dem
Georg-Büchner-Preis, dem Theaterpreis Berlin, dem Kölner Heinrich-Böll-Preis
oder dem Düsseldorfer Heinrich-Heine-Preis ausgezeichnet. Zu den bisherigen
Trägern des Hörspielpreises der Kriegsblinden gehören Ingeborg Bachmann,
Heiner Müller, Ernst Jandl, Walter Kempowski und Christoph Schlingensief.
[Quelle: dpa, 25.2.2004]
Elfriede Jelinek erhält Hörspielpreis der
Kriegsblinden
Die Schriftstellerin Elfriede Jelinek erhält den diesjährigen Hörspielpreis
der Kriegsblinden für ihre Radioarbeit «Jackie» über Jacqueline Kennedy. Die
Verleihung der renommierten Auszeichnung findet am 7. Juni im Plenarsaal des
Bundesrats in Berlin statt, teilte die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen mit,
die gemeinsam mit dem Bund der Kriegsblinden Deutschlands den Preis vergibt.
Die Jury urteilte, Jelinek leihe in ihrem Stück der «Jackie» ihre
«unbarmherzige Intelligenz» für die Durchleuchtung ihres Lebens. Aus dem
«Selbstbespiegelungstext» lernten die Zuhörer mehr als aus
wissenschaftlichen Untersuchungen etwas über die Inszenierung von Existenzen
im Scheinwerferlicht der Medien. Das «Mediengespenst» spreche im Text «mit
wegwerfender Kälte» zu den Hörern. So widerfahre Jacqueline Kennedy mehr
Gerechtigkeit als durch einschmeichelndes Verständnis. Dabei würden nicht
zuletzt die «voyeuristischen Konsumenten dieses Schicksals» kritisiert.
Lob ging auch an die Produktion, für die der Bayerische Rundfunk (BR)
verantwortlich zeichnete. Das Hörspiel zeige, was ein Autor, eine
Schauspielerin (Marion Breckwoldt) und ein Regisseur (Karl Bruckmaier)
erreichen können, wenn sie auf die Kraft des Wortes vertrauten, befand die
Jury. Mit den sparsamen Mitteln eines Monologs entstünde das Bild einer
Person der Zeitgeschichte aus Sarkasmus und menschlichem Verständnis
gleichermaßen.
Die diplomierte Organistin Jelinek, 1946 in der Steiermark geboren, in Wien
groß geworden, heimste schon früh Auszeichnungen für Hörspiele ein, so 1974
für ihre Arbeit «Wenn die Sonne sinkt ist für manche schon Büroschluss».
Ihre teils umstrittene Prosa führte sie in die oberste Riege
zeitgenössischer deutschsprachiger Autoren. Jelinek erhielt unter anderem
1998 den Georg-Büchner-Preis und 2002 den Theaterpreis Berlin.
Der Hörspielpreis der Kriegsblinden ging unter anderem bereits an Ingeborg
Bachmann, Friedrich Dürrenmatt, Heiner Müller, Heiner Goebbels, Günter Eich
und im vergangenen Jahr an Christoph Schlingensief. [Quelle: ddp,
26.2.2004].
2.2.2 Artikel und Pressemeldungen
• Frank
Olbert: Die Präsidentengattin im Hörspiel. [...] ein Interview mit dem
Bearbeiter Klaus Bruckmaier. DLF-Hörspielkalender (13.3.2004).
•
53. Hörspielpreis der Kriegsblinden geht an Elfriede Jelinek.
Pressemeldung der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen (26.2.2004).
• Jackie im Ohr.
Elfriede Jelinek erhält den 'Hörspielpreis der Kriegsblinden'. In: SZ
(26.2.2004).
•
Bayerischen Rundfunk: Hörspielpreis der Kriegsblinden für Elfriede Jelinek -
BR-Produktion 'Jackie' ausgezeichnet. BR-Pressemitteilung (25.2.2004).
•
Elfriede Jelinek mit Hörspielpreis der Kriegsblinden geehrt. Jury zeichnet
'Jackie' aus - Übergabe am 7. Juni im Plenarsaal des Bundesrates. In:
Mitteldeutsche Zeitung/mz-web.de (25.02.04).
• Ehrung.
Hörspielpreis für Jelineks 'Jackie'. MDR.DE Nachrichten (25.2.2004).
•
Hörspielpreis der Kriegsblinden. Auszeichnung für Elfriede Jelinek. In:
Spiegel-Online (25.2.2004).
•
Jelinek erhält Hörspielpreis der Kriegsblinden. In: Netzeitung
(25.2.2004).
BR-Dossier zum Thema von Julian Doepp und Mira Schnoor:
• Der
53. Hörspielpreis der Kriegsblinden geht an Elfriede Jelinek, für ihr
Hörspiel 'Jackie', eine Produktion des Bayerischen Rundfunks. BR-Online,
Kultur & Szene (25.2.2004).
•
'Jackie' von Elfriede Jelinek. BR-Online, Kultur & Szene (25.2.2004).
•
Elfriede Jelinek. BR-Online, Kultur & Szene (25.2.2004).
•
Hörspielpreis der Kriegsblinden. BR-Online, Kultur & Szene (25.2.2004).
Zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden an Elfriede Jelinek:
•
Hörspielpreis der Kriegsblinden für Elfriede Jelinek. Monolog "Jackie"
ausgezeichnet. Gespräch mit Stefanie Hoster. DeutschlandRadio Berlin -
Fazit (7.6.2004).
•
Elfriede Jelinek erhält Hörspielpreis. Deutsche Welle - Kultur
(7.6.2004).
•
Hörspielpreis an Jelinek. Netzeitung - Kulturnews (7.6.2004).
• Jörg Drews: Aus dem
Jenseits. Laudatio auf Elfriede Jelinek. In: epd medien (30.6.2004). Nr.
50.
• Elfriede Jelinek:
"Hören Sie zu!" Hörspielpreis-Dankesrede. In: epd medien (30.6.2004).
Nr. 50.
• Michael
Schmid-Ospach: Versuchsanordnungen. Der Hörspielpreis: nichts zum Durchhören.
In: epd medien (30.6.2004). Nr. 50.
• Christina Weiss:
Sinneserkundung. Das Hörspiel als Schule des Hörens. In: epd medien
(30.6.2004). Nr. 50.
2.2.3 Informationen zur Autorin Elfriede Jelinek
• Elfriede
Jelinek. Biographische Notizen. Ulrike Haß/Filmstiftung
Nordrhein-Westfalen (ohne Datum).
• Elfriede Jelinek
Homepage (Stand: 8.2.2004).
•
Elfriede Jelinek. Fachinformationen Germanistik. Universitätsbibliothek
der FU Berlin (Stand: 12.3.2003).
•
Deutschsprachige Autorinnen und Autoren: Elfriede Jelinek.
Goethe-Institut Hongkong (ohne Datum).
•
Elfriede Jelinek. Kurzbiografie. Literaturhaus Wien (ohne Datum).
2.3 Hörspielpreis der Kriegsblinden 2005 (für das Jahr 2004): [▲]
'Stripped - Ein Leben in Kontoauszügen' von Stefan Weigl (WDR)
NEU!
2.3.1 Begründung der Jury
"Mit dem 47-minütigen, rhythmisch-musikalisch
zugespitzten Vortrag der eigenen Kontoauszüge, wagt Stefan Weigl nicht nur
einen Striptease, der den letzten Hort der Privatheit – das eigene Girokonto
– der medialen Öffentlichkeit preisgibt. Er kehrt darin die Metapher von der
Nacktheit des Menschen als einen auf das Wesentliche reduzierten Urzustand
um, indem sich das sprechende Ich allein aus seinen ökonomischen
Rahmenbedingungen definiert. Der maschinell erstellte Papierstreifen
(Strip), wird so zum eigentlichen Dokument menschlicher Individualität und
zugleich ihrer fortwährenden Aufhebung durch ökonomische Zwänge.
So geben die Kontobewegungen einerseits erschreckend detailliert Auskunft
über Bedürfnisse, Interessen, Verpflichtungen und Gewohnheiten des Autors
und führen ihn in diesem Sinne nackt vor. Auf der anderen Seite entwickelt
sich aus dem Vortrag jedoch auch die Geschichte eines Strebens nach
Gesellschaftsfähigkeit, deren Tempo – fremdbestimmt, durch Konsumzwänge– im
Hörspiel von Elektrobeats des Klangkunst-Duos 'Holosud' diktiert werden. Sie
endet mit jedem Monatsabschluss in drückender Stille, wenn das Saldo der
Lebensführung genannt wird. Eine ihrerseits nackte Zahl markiert die
existentielle Bedrohung, die sich wie ein Schatten über die Jagd nach
Werthaltigkeit legt. Jedes neue Minus, größer als das im Monat zuvor, löscht
die Kontobewegungen aus und damit gerade die einzigen Zeugnisse, die das
sprechende Ich von seiner Identität gibt. Auf dem dramatischen Wendepunkt,
der Insolvenz, ändert der kafkaeske Kreis lediglich die Laufrichtung ohne
einen Ausweg zu bieten: Nun wird das Konsumverhalten nicht mehr von
individuellen Bedürfnissen bestimmt, sondern durch die Kredit gewährende
Bank gemaßregelt. Nackt, in seinem Urzustand, ist der moderne Mensch als
Homo oeconomicus entlarvt.
'Stripped – ein Leben in Kontoauszügen' ist ein Glücksfall für das Medium
Radio, denn die künstlerische Verdichtung eines Sujets der Sozialreportage
bei gleichzeitigem Verzicht auf literarische Ausgestaltung konnte in dieser
Eindringlichkeit nur mit akustischen Mitteln gelingen. Weigl thematisiert
die Verarmung inmitten einer Wohlstandsgesellschaft, ohne dabei sozial
benachteiligte Randgruppen aufzusuchen, er zeigt den Mechanismus von
Konsumzwängen auf, ohne Jugendliche vorzuführen, die sich durch den
exzessiven Gebrauch ihres Handys verschuldet haben, und er spielt
gleichzeitig mit dem Voyeurismus des Reality-TV, ohne sich mit ihm gemein zu
machen. Der Vortrag der eigenen Kontoauszüge eines Autors bricht auf
radikale Weise mit der 'heilen' (scheinheiligen) Medienwelt und erlaubt erst
die virulente, nicht nur betrachtend-beispielhafte Darstellung aktueller
Missstände. Dass dies überzeugend gelingt, ist wesentlich der mutigen
Gestaltung eines künstlerischen Experiments zuzuschreiben, das in seiner
Machart Unikat bleiben dürfte." [Quelle:
Filmstiftung Nordrhein-Westfalen (29.3.2005), URL:
http://www.filmstiftung.de/index.php?we_objectID=375]
2.3.2 Artikel und Pressemeldungen
• 54. Hörspielpreis der Kriegsblinden geht an Stefan Weigl.
Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. und Filmstiftung NRW
verleihen zum 54. Mal die renommierte Auszeichnung für Hörspielautoren.
Filmstiftung Nordrhein-Westfalen (29.3.2005).
• Hörspielpreis für WDR-Produktion "Stripped". "Ein Glücksfall
für das Medium Radio". WDR.de: Kultur (29.3.2005).
• Ein Leben in Kontoauszügen. Münchner erhält 54.
Hörspielpreis der Kriegsblinden. Interview mit dem Preisträger Stefan Weigl.
Deutschlandradio Kultur: Fazit (29.3.2005).
• Hörspielpreis. Ehrung für "Ein Leben in Kontoauszügen".
In: Spiegel Online (29.3.2005).
•
Münchner erhält Hörspielpreis der Kriegsblinden.
Kultur.ARD.de: Bücher (30.3.2005).
Zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden an Stefan Weigl
• ddp:
Hörspielpreis an Stefan Weigl. In: Kölner Stadtanzeiger (6.6.2005).
• epd:
Stefan
Weigl erhielt Hörspielpreis der Kriegsblinden. epd-Nachrichten
(6.6.2005).
•
Stefan Weigl erhielt Hörspielpreis der Kriegsblinden. WDR.de, Kultur
(6.6.2005).
•
Fotos der Preisverleihung von Karin Engel. Verleihung des
Hörspielpreises der Kriegsblinden an Stefan Weigl am 6. Juni 2005 in
Bonn/Petersberg. Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, Presse (6.6.2005).
2.3.3 Informationen zum Autor Stefan Weigl
•
Stefan Weigl/Autor - Vita. Filmstiftung
Nordrhein-Westfalen (ohne Datum).
• "Stefan Weigl wurde 1962 in München geboren. Er studierte dort
Germanistik, Orientalistik und Organisationspsychologie. Von 1989 bis 1999
arbeitete er als Texter und Creative Director für verschiedene
Werbeagenturen in München, Düsseldorf und Köln. Von 1992 bis 2004 lebte
Stefan Weigl in Köln; aus privaten Gründen zog er 2004 zurück nach München
und arbeitet dort seitdem als Autor für Film, Fernsehen und Hörfunk. Unter
anderem wirkte er 1999 als Co-Autor am Drehbuch zu dem Spielfilm 'Waschen
Schneiden Legen' mit. 'Stripped – ein Leben in Kontoauszügen' ist sein
erstes Hörspiel." [Quelle:
Filmstiftung Nordrhein-Westfalen
(29.3.2005), URL:
http://www.filmstiftung.de/index.php?we_objectID=375]
3. Liste der prämierten Hörspiele (1951/52-2004/05) [▲]
1951 - Erwin Wickert: Darfst du die Stunde rufen? (SDR), Regie:
Walter Knaus.
1952 - Günter Eich: Die Andere und ich (SDR), Regie: Cläre Schimmel/
(NWDR), Regie: Gustav Burmester.
1953 - Heinz Oskar Wuttig: Nachstreife (RIAS), Regie: Peter Thomas.
1954 - Wolfgang Hildesheimer: Prinzessin Turandot (NWDR), Regie: Gerd
Westphal.
1955 - Leopold Ahlsen: Philemon und Baukis (NWDR), Regie: Fritz
Schröder-Jahn.
1956 - Friedrich Dürrenmatt: Die Panne (NDR), Regie: Gustav Burmester.
1957 - Benno Meyer-Wehlack: Die Versuchung (NDR), Regie: Fritz
Schröder-Jahn.
1958 - Ingeborg Bachmann: Der gute Gott von Manhattan (BR/NDR),
Regie: Fritz Schröder-Jahn.
1959 - Franz Hiesel: Auf einem Maulwurfshügel (NDR/ORF), Regie: Egon
Monk.
1960 - Dieter Wellershoff: Der Minotaurus (SDR), Regie: Friedhelm
Ortmann.
1961 - Wolfgang Weyrauch: Totentanz (NDR/BR), Regie: Martin Walser.
1962 - Hans Kaspar: Geh David helfen (HR/RB), Regie: Ulrich
Lauterbach.
1963 - Margarete Jehn: Der Bussard über uns (SWF/NDR), Regie: Peter
Schulze-Rohr.
1964 - Richard Hey: Nachtprogramm (NDR/HR/SFB), Regie: Fritz
Schröder-Jahn.
1965 - Peter Hirche: Miserere (WDR), Regie: Oswald Döpke.
1966 - Rolf Schneider: Zwielicht (BR/HR/WDR), Regie: Otto Kurth.
1967 - Christa Reinig: Das Aquarium (SDR), Regie: Raoul Wolfgang
Schnell.
1968 - Ernst Jandl/Friederike Mayröcker: Fünf Mann Menschen (SWF),
Regie: Peter M. Ladiges.
1969 - Wolf Wondratschek: Paul oder die Zerstörung eines Hörbeispiels
(WDR/BR/HR/SR), Regie: Heinz Hostnig.
1970 - Helmut Heißenbüttel: Zwei oder drei Portraits (BR/NDR/SWF),
Regie: Heinz Hostnig.
1971 - Paul Wühr: Preislied (BR/NDR), Regie: der Autor.
1972 - Hans Noever: Der Tod meines Vaters (BR/WDR), Regie: der Autor.
1973 - Alfred Behrens: Das große Identifikationsspiel (BR/RIAS),
Regie: der Autor.
1974 - Dieter Kühn: Goldberg-Variationen (BR/HR), Regie: Heinz von
Cramer.
1975 - Walter Adler: Centropolis (WDR/SWF/BR), Regie: der Autor.
1976 - Urs Widmer: Fernsehabend (SWF), Regie: der Autor.
1977 - Christoph Buggert: Vor dem Ersticken ein Schrei (WDR/BR),
Regie: Raoul Wolfgang Schnell.
1978 - Reinhard Lettau: Frühstücksgespräche in Miami (SDR/HR/WDR),
Regie: Walter Adler.
1979 - Mauricio Kagel: Der Tribun (WDR), Regie: Mauricio Kagel.
1980 - Walter Kempowski: Moin Vaddr läbt (HR), Regie: Horst H.
Vollmer.
1981 - Peter Steinbach: Hell genug - und trotzdem stockfinster (WDR),
Regie: Bernd Lau.
1981 - Gert Hofmann: Die Brautschau des Dichters Robert Walser im Hof der
Anstaltswäscherei von Bellelay, Kanton Bern (NDR/HR), Regie: Hans
Rosenhauer.
1983 - Gerhard Rühm: Wald. Ein deutsches Requiem (WDR), Regie: der
Autor.
1984 - Friederike Roth: Nachtschatten (SDR/NDR/RIAS), Regie: Heinz
von Cramer.
1985 - Heiner Goebbels/Heiner Müller: Die Befreiung des Prometheus.
Hörstück in neun Bildern (HR), Regie: Heiner Goebbels.
1986 - Ludwig Harig: Drei Männer im Feld (WDR), Regie: Hans Gerd
Krogmann.
1987 - Ror Wolf: Leben und Tod des Kornettisten Bix Beiderbecke aus
Nord-Amerika. Eine Radio-Ballade (SWF/HR/NDR/WDR), Regie: Heinz Hostnig.
1988 - Peter Jacobi: Wer SIE sind (WDR), Regie: Dieter Carls.
1989 - Jens Sparschuh: Ein Nebulo bist du (SR/SWF/SDR), Regie:
Norbert Schaeffer.
1990 - Karl-Heinz Schmidt-Lauzemis/Ralph Oehme: Stille Helden siegen
selten (HR/SFB/Sachsenradio), Regie: die Autoren.
1991 - Horst Giese: Die sehr merkwürdigen Jazzabenteuer des Herrn
Lehmann. Ein Jazz-Hörspiel (RIAS Berlin), Regie: der Autor.
1992 - Werner Fritsch: Sense (SWF), Regie: Norbert Schaeffer.
1993 - Christian Geißler: Unser Boot nach Bir Ould Brini (SWF),
Regie: Hermann Naber.
1994 - Andreas Ammer/FM Einheit: Acolypse Live (BR), Regie: die
Autoren.
1995 - Fritz Rudolf Fries: Frauentags Ende oder die Rückkehr nach
Ubliaduh (MDR), Regie: Wolfgang Rindfleisch.
1996 - Ingomar von Kieseritzky: Compagnons und Concurrenten oder Die
wahren Künste (SDR/DLR), Regie: Joachim Staritz.
1997 - Ilona Jeismann/Peter Avar: Die graue staubige Straße (SFB),
Regie: die Autoren.
1998 - Eberhard Petschinka/Rafael Sanchez: Rafael Sanchez erzählt: Spiel
mir das Lied vom Tod (WDR/MDR/ORF), Regie: Eberhard Petschinka.
1999 - Inge Kurtz/Jürgen Geers: Unter dem Gras darüber (HR), Regie:
die Autoren.
2000 - Walter Filz: Pitcher (WDR), Regie: der Autor.
2001 - Andreas Ammer/FM Einheit: Crashing Aeroplanes (Fasten your seat
belts) (WDR/DLR), Regie: die Autoren.
2002 - Christoph Schlingensief: Rosebud (WDR), Regie: der Autor.
2003 - Elfriede Jelinek: Jackie (BR), Regie: Karl Bruckmaier.
2004 - Stefan Weigl: Stripped – Ein Leben in Kontoauszügen (WDR),
Musik: Holosud, Regie: Thomas Wolfertz.
4. Literaturhinweise [▲]
• Schöning, Klaus (Hrsg.): Schriftsteller und Hörspiel. Reden zum
Hörspielpreis der Kriegsblinden. Königstein/Ts.: Athenäum 1981.
• Vormweg, Heinrich: Nach den Reden. Zur Geschichte des Hörspielpreises
der Kriegsblinden. In: Schöning, Klaus (Hrsg.): Schriftsteller und
Hörspiel. Reden zum Hörspielpreis der Kriegsblinden. Königstein/Ts.:
Athenäum 1981. S. 130-136.
• Wagner, Hans-Ulrich und Uwe Kamman (Red.): HörWelten. 50 Jahre
Hörspielpreis der Kriegsblinden. 1952-2001. Hrsg. vom Bund der
Kriegsblinden Deutschlands und der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen. Berlin:
Aufbau 2001.
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Letzte Aktualisierung:
09.03.2006, © Frank Schätzlein
URL:
http://www.akustische-medien.de/specials/hoerspielpreis_der_kriegsblinden.htm |